Der Karst ist eine Hochfläche, die sich vom Golf von Triest bis hin zum Vipava-Tal erstreckt. Im Nordwesten wird er von der friulanischen Ebene begrenzt und im Südosten reicht er bis zu den Hügeln von Brkini. Traditionell wird der Karst in Görzer Karst, Karst von Triest, Karst von Komen und Karst von Sežana eingeteilt.
Der Begriff Grenze lässt sich jedoch nur schwer mit dem Karst vereinbaren. Heute verteilt sich die Karsthochfläche mit einer Fläche von 500 km2 auf zwei Staaten: Slowenien und Italien. Angefangen bei den Staatsgrenzen hat der Karst noch nie traditionelle Grenzen respektiert, da sprichwörtlich der Norden zum Süden und der Osten zum Westen wird.
Dass es sich hier um keine poetisch angehauchte Metapher handelt, zeigt schon ein grober Blick auf die klimatischen Bedingungen, der uns verrät wie auf diesem Fleckchen Erde das kontinentale mit dem maritimen Klima Seite an Seite existiert. Außerdem können wir in jedem guten botanischen Atlas nachlesen, dass der Karst für eine Vielzahl an alpinen Pflanzenarten den südlichsten Verbreitungspunkt darstellt, während die dinarische Fauna hier ihr nördlichstes und pontische Arten ihr westlichstes Verbreitungsgebiet finden.
Dies gilt aber nicht nur für die Pflanzenarten, sondern auch für die Menschen. Das Kulturgut des Karsts spiegelt vor allem die slowenische Kultur wider, die jedoch mit zahlreichen habsburgisch-mitteleuropäischen und venezianisch-mediterranen Elementen angereichert ist.
Für den Besucher bedeutet das: Im Karst gibt es keine Grenzen, nur Orte der Zusammenkunft.