GEOLOGIE

Sollte einem die Legende zur Entstehung des Karsts nicht ausreichen, dann wäre vielleicht der Blick in ein Buch zur Geologie des Karsts nicht verkehrt. Was man dort erfährt, dürfte aber für noch mehr Verwunderung sorgen: Das Meer erschuf den Karst.

Geologen haben hieb und stichfest bewiesen, dass die Ursprünge der Karsthochfläche auf die geologische Epoche der späten Kreidezeit (vor 115 – 50 Millionen Jahren) zurückgehen. Zu jener Zeit war das jetzige Karstgebiet von einem seichten Meer bedeckt, dessen Meeresgrund mit tierischen und pflanzlichen Organismen bevölkert war. Am zahlreichsten waren Weichtiere und Muscheln mit ihrer typischen Gehäuseform, die Rudisten genannt werden. Die Gehäuse der toten Weichtiere lagerten sich im Lauf von Millionen von Jahren am Meeresgrund ab und wurden durch langwährige, chemische Prozesse zu Kalksteinfelsen.

Aufgrund des ausgeübten Drucks durch die afrikanische tektonische Platte auf den europäischen Kontinent brachen die horizontalen Kalkschichten, die sich auf dem Meeresgrund befanden auf, wölbten sich und schoben sich auf. Damit begann sich das aus dem Meer zu erheben, was später einmal zum Karst werden würde.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Fossilien dieser Muscheln in die Kalksteinfelsen eingebettet sind.