ZUHAUSE

Anfangs wurden die Dörfer des Karsts mit gleichgroßen Steinblöcken gebaut; einstöckige Häuser mit einem Wohnraum, die sich aneinander anlehnten. An dieser Bauart erkennt man den ältesten, zumeist mittelalterlichen Teil des Dorfs, den Dorfkern. Die Dächer waren aus Stroh oder manchmal auch aus Steinplatten, die Mauern waren grau mit kleinen Fensteröffnungen, die sich der Sonne entgegenstreckten.

Diese ursprüngliche Bauweise wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt und so entstanden zweistöckige Häuser. Der obere Stock konnte durch externe Steintreppen oder, wenn sie in den Hang gebaut waren, direkt von der Straße, die oben vorbeiführte, betreten werden. Zu jener Zeit begannen die Menschen auch die quadratischen Fensteröffnungen mit flachen Steinen einzurahmen und die Portale, die als Eingang dienten, wurden durch gerade Türstürze ersetzt. Im Erdgeschoss wurde den Arbeiten nachgegangen, während die Räume im ersten Stock nur für Wohnzwecke gedacht waren.

Mit den Entwicklungen im Bauwesen des 17. und 18. Jahrhunderts begannen die einzelnen Eigentümer die Wohneinheiten, die sich nebeneinander befanden, zu einem einzigen Bauernhof zusammenzufassen. Der Zugang von außen in den oberen Stock wurde durch eine Galerie, die in das Mauerwerk eingelassen war, ermöglicht. Sie konnte durch eine überdachte Treppe mit Geländer betreten werden. Damit man im Inneren von einem Raum zum anderen gehen konnte, waren in die gemeinsamen Wände Türen eingelassen.

Durch die verbesserte Wirtschaftslage konnten auch schönere Häuser gebaut und die Fenster mit rechteckigen Steinrahmen vergrößert werden. Es war zu jener Zeit als die ersten Herrschafts- bzw. Bauernhäuser sowie Herbergen für Fuhrmänner gebaut wurden. Veränderungen fanden aber auch bei der Organisation der Bauernhöfe selbst statt. Die Eigentümer begannen zwischen Räumen, die zu Arbeits- und jene, die zu Wohnzwecken dienten, zu unterscheiden: dies führte zum Bau von Stallungen und Heuspeichern, die sich noch heute in gewissen Gegenden finden.