TEICH

Im Karstgebiet stellt das Wasser eine kostbare Ressource dar, was natürlich erklärt, warum ihre talentierten Bewohner alles daran setzten, um es aufzufangen und zu speichern. Eine Methode bestand darin, die natürlichen Gegebenheiten des Gebiets auszunutzen, und den Grund der Becken und Senken mit Lehm zu bedecken, damit eine wasserundurchdringliche Schicht geschaffen und das Regenwasser aufgefangen werden konnte. Diese Auffangbecken werden Teiche genannt. In ihrer modernsten Form präsentieren sie sich als eine Art größerer Tümpel, während sie im 19. Jahrhundert wahrhaftig noch von Hand gefertigt wurden.

Normalerweise befanden sich diese Teiche außerhalb der Dörfer und dienten vor allem dazu, dass Vieh zu tränken. Der Bau konnte nur mit sehr viel Kunstgeschick gemeistert werden. Zuerst trug man die oberen Erdschichten bis zum Fels ab. Dann wurde der Boden mit einer Schicht Kieselsteine und einfacher Erde „eingeebnet“ und schließlich mit einer Schicht Lehm, die festgedrückt und festgeklopft wurde, damit die Wasserundurchlässigkeit sichergestellt werden konnte, bedeckt. Den so entstandenen Boden verkleidete man mit ebenen Steinplatten und füllte die Zwischenräume mit Lehm aus. Der Grund war denkbar einfach: Das Wasser sollte nicht trüb, von der Erde verschmutzt werden, sondern seine Reinheit bewahren.

Die Wassertiefe dieser Teiche variierte zwischen 50 und 280 cm, ihr Umfang zwischen 3 und 70 m. Die Karstbewohner errichteten die Teiche zuerst auf eigene Initiative und wurden dann zu Zeiten der Österreichisch-ungarischen Monarchie von den staatlichen Behörden finanziell unterstützt, die damit versuchten die Landwirtschaft im Karst zu fördern.