LANDWIRTSCHAFT

Štefan Kocijančič schrieb 1852 in Bezug auf die Landwirtschaft im Karst: „Was [der Karstbewohner] auf seinem eigenen Grund und Boden anbaut, ist im Regelfall von höchster Güte. Schade nur, dass die Menge so kümmerlich ausfällt. Es fällt relativ schwer Getreide ausfindig zu machen, das besser als jenes des Karsts ist; das Gleiche gilt auch für Graupen und Roggen. Und auch wenn anderes Getreide angebaut wird, ist er von besonderer Qualität. Die Karstbewohner pflanzten auch Buchweizen und Rüben, und sogar Karotten an, bevor diese krank wurden und zu faulen begannen. Sie kultivieren ebenfalls Hülsenfrüchte. Und auch der Wein aus dem Karst ist von guter Qualität. Einen Großteil des guten Weines aus dem Karst trinken die Triester, die dafür auch gerne einmal etwas tiefer in die Tasche greifen. Der schwarze (oder um es besser zu sagen, der rote) Wein des Karsts wird Teran genannt.“

Der Boden im Karst wird auf besondere Art und Weise beackert, da er sehr steinig und wenig rote Erde vorhanden ist, was den Bauern sehr viel abverlangt. Aufgrund des Wassermangels sind die Feldfrüchte naturbelassen und haben einen kräftigen, vollmundigen Geschmack, in dem sich die Kraft der Natur widerspiegelt, die in dieser Welt aus Stein zu überleben sucht. Über dem Karst ist aber auch eine neue Ära der Landwirtschaft hereingebrochen, die sich durch exzellente Produkte, die internationale Märkte erobern, auszeichnet. Produkte, die schon im 19. Jahrhundert als besonders köstlich galten.