Die Karstbewohner sind schön anzusehen, widerstandsfähig wie die Felsen, auf denen sie geboren und aufgewachsen sind. Sie sind intelligent und gerissen. So beschrieb Štefan Kocijančič 1852 die Bewohner des Karsts. Er beteuert dabei, dass sie generell arm waren, da die Früchte ihrer Feldarbeit nicht dazu ausreichten, sie das ganze Jahr über zu versorgen, und dass dies vor allem darauf zurückzuführen war, dass der ganze Karst […] eine furchtbare Steinwüste war, da fast jedes Jahr die Trockenheit diesen Orten sehr zu schaffen machte und damit auch das Letzte an Hoffnung, was die Bauern noch besaßen, erstickte.
Kocijančič schlussfolgerte, dass sie gestandene Slowenen sind und, dass die von ihnen gesprochene Sprache sich nicht großartig von jener der Slowenen in der Region rund um Görz/Gorizia unterscheidet, und wenn, dann nur, weil sie reiner ist.
Nach über 150 Jahren haben sich die sozialen Bedingungen sehr geändert und die Armut des Karstgebietes gehört der Vergangenheit an, obwohl, um bei der Wahrheit zu bleiben, die Karstbewohner sich nicht großartig geändert haben. Sie sind tief in der slowenischen Kultur verankert und ihre fröhliche Natur findet Ausdruck in den zahlreichen dörflichen Festen und den für die Dörfer des Karsts charakteristischen Kirchtagen sowie in der festen Angewohnheit die „Osmizze“, eine Art Buschenschenke, die charakteristisch für den Karst ist und bei der man wunderbar Kontakt untereinander pflegen kann, zu besuchen.
Die Karstbewohner sind sehr offen, da das Meer den Horizont erweitert, während ihre Zähheit, ihre Beständigkeit und ihre Hartnäckigkeit Charakterzüge sind, ohne die sie all diese Jahrhunderte in einem Gebiet, das dem Menschen so wenig fruchtbares Land und so viel steinerne Wüste bietet, nicht überleben hätten können. Das hat sich auch nach über 100 Jahren nicht geändert, denn die Karstbewohner leben mit dem Karst in einer einzigartigen Symbiose.