UNTERIRDISCH

Trotz der üppigen Niederschläge, ist der Karstboden trocken, da das Niederschlagswasser durch den Kalkstein in den Untergrund sickert. Dies führt zu erstaunlichen, fast magischen Phänomenen, die schon antike Schriftsteller faszinierte wie Flüsse, die ganz oder teilweise unterirdisch verlaufen und intermittierende Seen. Das Wasser hat in den Karst Tausende von Höhlen und unterirdische Kanälen gegraben, um sich den Weg zum Meer zu bahnen. Wassertropfen, die aufgrund des Karstbodens mit Kalk und anderen Mineralien angereichert waren, führten nach und nach zur Bildung von vielfärbigen Stalagmiten und Stalaktiten, die heute dieses faszinierende, unterirdische Paradies mit seinen zahlreichen, auf dem ganzen Gebiet verstreuten Höhlen zieren.

Auf der italienischen Seite des Karsts wurden bis heute fast dreitausend Höhlen unterschiedlicher Größenordnung gezählt. Außerdem verbirgt sich im nahegelegenen Slowenien eine unterirdische Wunderwelt. Man findet hier zum Beispiel die Vilenica-Höhle, die älteste touristisch genutzte Höhle sowie die Höhlen von Postojna, die mit ihrer Länge von gut 26 Metern, die größten für die Öffentlichkeit zugänglichen Höhlen darstellen und die Höhlen von Škocjan, die Teil des Weltnaturerbes der UNESCO sind. Auf der italienischen Seite der Grenze ist sicherlich die Grotta Gigante (Riesenhöhle von Triest) in Borgo Grotta Gigante mit ihren 360000 m3 eine der größten unterirdischen Schauhöhlen der Welt, einen Besuch wert.

Erfahrene Speläologen, aber auch all jene, die sich mit der Höhlenerforschung beschäftigen möchten, können mit einer Vielzahl an Höhlenforschergruppen in Kontakt treten, die ihnen weniger bekannte, aber dafür auch viel ursprünglichere Höhlen in dieser fesselnden unterirdischen Welt näher bringen können.