ORT DER ZUSAMMENKUNFT

Die Karsthochfläche befindet sich in unmittelbarer Nähe einer der wichtigsten Verkehrsadern Europas, die heute ähnlich wie in früheren Zeiten den slawischen Osten mit dem romanischen Westen und den germanischen Norden mit dem mediterranem Süden verbindet.

Schon von Anbeginn an wurde auf diesem so strategisch günstig gelegenen Fleckchen Erde Straßenbau betrieben. Der erste große Handelsweg, dessen Ursprünge auf das 2. Jahrtausend vor Christus zurückgehen, war die Bernsteinstraße, die sich von der Ostsee bis zur Adria erstreckte. Besonders der Mythos der Argonauten, die vom Schwarzen Meer aus entlang der Donau und der Save fuhren, um schließlich die Quelle der Ljubljanica zu erreichen, wo sie ihre Schiffe auf Baumstämmen über den Karst bis zur Adria transportierten, zeigt, dass der Karst von Wegen durchzogen war, die vom Donau- bis zum Mittelmeerraum reichten.

Die Römer erbauten hier zwei wichtige Handelswege: Die Via Gemini, die entlang der Nordhänge des Karsts verläuft und Aquileia mit Laibach verband und die Via Flavia, die von Aquileia mit Überquerung des Timavo über Istrien bis nach Dalmatien führte.

Im Frühmittelalter bahnten sich die Goten unter Allarich ihren Weg über den Karst nach Italien, während im Spätmittelalter die Türken hier auf ihrer Durchreise einen Weg fanden, der sie nach Europa führte und es ihnen ermöglichte, bei ihren militärischen Streifzügen die friulanische Ebene zu verwüsten und das zu einer Zeit, zu der die Habsburger ihren eigenen Einfluss an der Adriaküste verstärkten.

Da verwundert es natürlich nicht, dass eine der ersten großen Bahnlinien Europas schon 1857 den Karst durchkreuzte und hier heute der fünfte Paneuropäische Verkehrskorridor verläuft.

Der Karst wird folglich von zahlreichen, wichtigen Verkehrswegen durchzogen.