Den Karstbewohnern sind ihre Wurzeln sehr wichtig. In den Dörfern des Karsts werden viele Gewohnheiten gepflogen, die klar darauf hinweisen, dass dieses Gebiet kulturell zu Slowenien gehört. Der Brauch am Faschingsdienstag in Gruppen singend und tanzend durch das Dorf zu marschieren (Koledovanje) oder zum Dreikönigsfest von Haus zu Haus zu gehen, um Glückwünsche zu überbringen und mit kleinen Gaben beschenkt zu werden bzw. das Aufstellen des Baumes des Schlaraffenlandes (Mlaj) im Monat Mai und das Johannisfeuer sind nur einige Bräuche, die Ausdruck dieses reichen kulturellen Schatzes sind, den die Karstbewohner eifersüchtig hüten. Interessant ist auch, dass die Art wie die Bräuche gefeiert werden, von Dorf zu Dorf unterschiedlich ausfällt.
Wer jedoch völlig in die Traditionen des Karsts eintauchen und die Kultur hautnah miterleben möchte, kann sich die Karst-Hochzeit (Kraška ohcet, Nozze Carsiche) nicht entgehen lassen. Die Nozze Carsiche werden alle zwei Jahre in der letzten Augustwoche gefeiert. Man taucht in eine Welt vor 150 Jahren ein und erlebt eine Hochzeit genauso mit, wie sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Karst gefeiert wurde.
Wer beim traditionellen Fasching mit dabei sein möchte, sollte San Michele del Carso einen Besuch am Faschingsdienstag abstatten. Dort besprengen beim traditionellen „Koledovanje” die „Prepeljuharji” („Aschenmänner”) die Besucher mit Asche und erschrecken die kleinen Kinder.